• Bündnis für die Hamburger Innenstadt legt Positionspapier vor

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Bündnis für die Hamburger Innenstadt legt Positionspapier vor

Die Handelskammer Hamburg und sechs Verbände fordern die Bürgerschaft und den Senat auf, sich gemeinsam mit der Wirtschaft für eine attraktive, lebendige Innenstadt einzusetzen.

 „Der Einzelhandel, der eine der prägenden Branchen der City-Wirtschaft ist, erfährt im Zuge der Digitalisierung einen tiefgreifenden Strukturwandel, so dass sich die enge Verbindung zwischen Handel und Innenstadt zusehends verändert“, erläutert Handelskammer-Vizepräses André Mücke den Anlass für das Bündnis. Das Überseequartier in der Hafencity, das voraussichtlich 2022 eröffnet werde, sei zwar einerseits eine neue Attraktion für Hamburg, es werde aber auch die Wettbewerbssituation im Einzelhandel nachhaltig verändern.

„Die Innenstadt muss mehr bieten als bisher: eine hohe städtebauliche Qualität, eine hohe Verweilqualität und ein Einkaufserlebnis, das mit Kultur, mit Events und gastronomischen Angeboten verknüpft wird“, sind die sieben Kooperationspartner des Bündnisses für die Innenstadt einig. Die Partner, die sich zu dem Bündnis zusammengeschlossen haben, sind die Handelskammer Hamburg, das City Management Hamburg, der DEHOGA Hamburg Hotel- und Gaststättenverband e.V., der Handelsverband Nord e.V., der Tourismusverband Hamburg e.V., der Trägerverbund Projekt Innenstadt e.V. und der Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels e.V.

Hierzu fordern sie die Stadt auf, in zehn Handlungsfeldern aktiv zu werden:

1. Aufmerksamkeit für die Innenstadt schaffen

2. Erreichbarkeit gewährleisten

3. Orientierung schaffen – analog und digital

4. Wegeverbindungen schaffen

5. Vorreiter in der City-Logistik werden

6. Nutzungsmischung voranbringen

7. Öffentliche Räume aufwerten

8. Standards für öffentliche Räume weiterentwickeln

9. Regeln für ein Miteinander weiterentwickeln

10. Investitionsprogramm für die Innenstadt auflegen

„Die Innenstadt muss gut erreichbar sein, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem PKW, dem Fahrrad und zu Fuß“, sagt Handelskammer-Vizepräses André Mücke. Dazu gehörten mehrere Stationen der neuen U-Bahn-Linie 5 in der Innenstadt, eine deutlich zuverlässigere S-Bahn, eine bessere Koordinierung der Baustellen sowie attraktive Wege für Radfahrer und Fußgänger. Alles das sei nur durch massive Investitionen in den ÖPNV realisierbar, so Mücke weiter.

„Der ÖPNV in Hamburg hat ein hohes Niveau und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Angesichts des anhaltenden Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstums ist das dringend notwendig. Wir

brauchen den überzeugenden Verkehrsmix, der auch Alternativen zum Auto bietet. Bevormundungen und Verbote helfen dem Handel und unseren Kunden nicht“, ergänzt Volker Tschirch, Vorsitzender des Verbands der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Nord e.V. (VMG). Um die Qualität des ÖPNV zu verbessern, komme es auch auf höhere Kapazitäten an.

„Wir möchten, dass die Stadt in zentraler Lage eine zeitgemäße Touristen-Information als Anlaufpunkt für die Besucher schafft“, sagt Franz J. Klein, Präsident des DEHOGA Hamburg Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. Hier könne Hamburg seine Besucher willkommen heißen und alle Informationen zur Verfügung stellen.

„Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt in die Qualität der Straßen und Plätze investiert“, sagt Ludwig Görtz, der Vorsitzende des Trägerverbunds Projekt Innenstadt e.V. Dazu gehörten die Neugestaltung des Gerhart-Hauptmann-Platzes innerhalb der nächsten drei Jahre und eine umfassende Aufwertung des Rathausmarktes, so Görtz.

„Für eine hohe Aufenthaltsqualität sollte die Stadt Hamburg die öffentlichen Räume im Kern der Innenstadt – rund um die Binnenalster – auf dem gleichen Niveau unterhalten und pflegen wie in der Hafencity“, sagt Marc Tiefenthal, Vorstandsvorsitzender City Management Hamburg. Wichtiger denn je sei es, eine Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt zu schaffen, so Tiefenthal.

„Alle Quartiere in der Innenstadt müssen untereinander durch ein attraktives Fußwegenetz verbunden werden, in Nord-Süd-Richtung zwischen dem Kern der Innenstadt und der Hafencity ebenso wie in Ost-West-Richtung, zum Beispiel zwischen dem Rathausquartier und dem Kontorhausviertel“, sagt Prof. Norbert Aust, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverband Hamburg e.V.

„Hamburg soll zum Vorreiter in der City-Logistik werden. Wir fordern die Stadt auf, die erfolgreichen Modellprojekte der City-Logistik weiterzuführen und mehrere unternehmensneutrale Micro-Hubs in der Innenstadt oder in Innenstadtnähe zu schaffen“, sagt Andreas Bartmann, Präsident des Handelsverbands Nord e.V. So könne die Zahl der Lieferfahrzeuge in den Geschäftsstraßen nachhaltig reduziert werden.

„Um alles das zu realisieren, ist die Politik aufgefordert, ein Investitionsprogramm für die Innenstadt zu erarbeiten, das innerhalb von zehn Jahren umgesetzt werden kann“, fasst Vizepräses Mücke zusammen.

Das Standpunktepapier und weitere Informationen finden Sie unter ‚Positionspapiere‘

v.l.n.r. Vorsitzender des Trägerverbunds Innenstadt, Ludwig Görtz, Dehoga-Vorsitzender Franz Klein und HV Nord Präsident Andreas Bartmann
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