Tarifverhandlungen im Einzelhandel Schleswig-Holstein: Arbeitgeber legen solides Angebot vor
In der zweiten Tarifverhandlungsrunde für den Einzelhandel in Schleswig-Holstein haben Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di am 28. Mai 2026 in Neumünster ihre Gespräche fortgesetzt. Die Arbeitgeberseite legte dabei ein Tarifangebot vor.
Das Angebot umfasst tabellenwirksame Entgeltsteigerungen in zwei Stufen von insgesamt 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Vorgesehen sind eine Erhöhung der Tarifentgelte um zwei Prozent ab 1. November 2026 sowie eine weitere Steigerung um 1,5 Prozent im zweiten Tarifjahr ab 1. August 2027. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen entsprechend angehoben werden.
„Der Einzelhandel befindet sich weiterhin in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Lage. Die Konsumstimmung bleibt schwach, die Kostenbelastungen für die Unternehmen sind hoch und die Betriebe kämpfen mit rückläufigen Umsätzen“, erklärt Michael Fink, Verhandlungsführer für die Arbeitgeberkommission. „Vor diesem Hintergrund ist das Angebot ein verantwortungsvoller Kompromiss zwischen den berechtigten Interessen der Beschäftigten und den wirtschaftlichen Realitäten vieler Handelsunternehmen.“
Die Arbeitgeberseite verweist darauf, dass insbesondere kleinere und mittelständische Handelsbetriebe zunehmend unter Druck geraten. Steigende Energie-, Miet- und Personalkosten träfen auf eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher.
„Die Spielräume vieler Unternehmen sind derzeit äußerst begrenzt. Für einige Unternehmen kann das vorliegende Angebot bereits nur durch gleichzeitigen Stellenabbau bzw. Stundenreduzierungen finanziert werden. Umso wichtiger ist es, in den Tarifverhandlungen gemeinsame und tragfähige Lösungen zu finden, die Beschäftigung sichern und die Unternehmen nicht zusätzlich überfordern“, so Fink weiter.
Die ver.di-Arbeitnehmerkommission lehnte das Angebot als unzureichend ab. Die Tarifparteien wollen die Verhandlungen in einer weiteren Runde am 08. Juli 2026 fortsetzen.